Giuseppe Pastori-Rusca - Illustration aus der Mandolinenschule
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Tremolo

Giuseppe Pastori-Rusca - Illustration aus der Mandolinenschule

Tremolo Tutorial

Wie kann man ein gutes Tremolo auf der Mandoline lernen? Auf jeden Fall erfordert das viel Übung. Aber es ist empfehlenswert, Übungen zu verwenden, die möglichst schnell und sicher zu einem schönen Tremolo verhelfen.

Mir haben vor allem zwei Übungen zu einem guten Tremolo verholfen. Hier sind meine wichtigsten Tipps zum Lernen eines schönen Tremolo.

Ein Tutorial mit Videos habe ich in meinem Blog gezupftes.de veröffentlicht:

Tremolo Tutorial (gezupftes.de)

Bewegung aus dem Handgelenk

Bei der ersten geht es um die prinzipielle Bewegung aus dem Handgelenk. Diese Bewegung ist normalerweise recht ungewöhnlich, da man normalerweise viele Bewegungen mit dem Arm macht, und nicht mit dem Handgelenk. Wenn man aber den Arm flach auf einen Tisch legt (und eventuell zusätzlich mit der anderen Hand fixiert) kann man die Bewegung allein aus dem Handgelenk üben. Man sollte dabei die Bewegung so groß wie möglich machen, also das Handgelenk jeweils nach links und rechts bewegen, soweit dies geht. Also: zuerst große Bewegungen, wenn die Bewegung schneller wird werden diese automatisch kleiner.

Ziel dieser Trockenübung ist es, ein Gefühl für die richtige Bewegeung aus dem Handgelenk zu bekommen, damit man dieselbe Bewegung dann auch beim Anschlag ausführen kann.

Schnelligkeit und Kontrolle

Das zweite was man üben muss ist die Schnelligkeit der Bewegung. Ich finde es am sinnvollsten, schnelle Bewegungen mit Lockerungsungselementen zu kombinieren. Ich habe dazu 8 Sechzehntel auf der G-Saite kombiniert mit 4 Achteln mit Durchgleiten bis zur A-Saite und einem anschließenden weit ausholenden Aufschlag.

Was die Anzahl Anschläge pro Note angeht bevorzuge ich die Schule, die ein genau ausgezähltes Tremolo verwendet. Es ist also empfehlenswert, die wichtigsten rhythmischen Figuren und ihre Umsetzung in das Tremolo zu studieren. Besonderes geht es auch darum, Unterschiede zwischen gebundenen Melodien (legato) und nicht gebundenen (non legato, Töne voneinander abgesetzt) . Verschiedene Schulen enthalten dazu genaue Anweisungen. Am wichtigsten sind die folgenden Kombinationen:

4 + 1
8 + 1
6 + 1
4 + 3
8 + 3
6 + 3

Außerdem gibt es noch Kombinationen die mit Aufschlag enden:

4 + 2
6 + 4

Ausdauer

Wenn die notwendige Schnelligkeit trainiert ist, fehlt nur noch die Ausdauer. Diese hat man sich aber in der Regel schon ausreichend antrainiert, wenn man die zuvor beschriebenen Übungen regelmäßig geübt hat.

Weitere hilfreiche Seiten zu diesem Thema:

Marilynn Mair empfiehlt eine Kombination von Vierteln, Achteln, Sechzehntel als Übung. Ihr Beitrag „Revisiting Tremolo“ finden sie über den folgenden Button.

Marilynn Mair – Revisiting Tremolo

Viele Mandolinenschulen beginnen von Anfang an mit dem Tremolo. Gut geeignet finde ich die Schule von Branzoli. In dieser Schule gibt es viele gut klingende Übungen, bei denen auf jede Viertelnote 4 Anschläge kommen.


Weitere Hinweise

Metronom

Das wichtigste Hilfsmittel für das Training ist ein Metronom.

Jede Übung fängt mit einem langsamen Tempo an, das jeder spielen kann.

Dann wird das Tempo in Schritten von 2, 5 oder 10 Schlägen pro Minute schneller.

So könnt ihr erst einmal feststellen, bis zu welchem Tempo ihr noch gut mitkommt.

Danach könnt ihr trainieren, das Tempo nach und nach weiter zu erhöhen, bis ihr ein ausreichendes Tempo erreicht habt.

Online Metronom

Wenn ihr ohne das Video üben wollt, könnt ein beliebiges Metronom oder eine Metronom App auf dem Smartphone oder im Internet verwenden.

Das folgende Online Metronom ist sehr vielseitig und gut geeignet für das Tremolo Training:

Bei diesem Metronom könnt ihr nämlich eine automatische Veränderung des Tempos einstellen, so kann das Tempo nach einer bestimmten Anzahl von Takten oder nach einer gewissen Zeit um ein paar Schläge pro Minute erhöht werden.

Plektren

Ich empfehle, eine Reihe verschiedener Plektren auszuprobieren. Prinzipiell sollten die Plektren nicht zu weich sein, sondern eher fest und steif sein. Wichtig sind die Form der Spitze und die Länge der Plektren. Außerdem hat das Material und die Oberfläche des Plektren einen großen Einfluss. Probiert verschiedene Größen und Formen aus. 

Auch wenn ihr bisher nur das typische deutsche Mandolinenplektrum verwendet habt (Wolle, Trekel) solltet ihr einmal andere Plektrenformen und Stärken ausprobieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Tremolo mit dem Wolle-Plektrum schwieriger zu erlernen ist als mit einem dünneren Plektrum (aber nicht zu dünn) und mit Plektren in anderen Formen und Größen. Außerdem finde ich, dass das Tremolo mit einem dünnen, aber festen Plektrum viel besser klingt – probiert es einfach mal aus!

Bewegung des Anschlags

Macht euch klar, welche Möglichkeiten ihr für die Bewegung des Plektrums habt. 

Für den angelegten Abschlag ist das Plektrum etwas schräg nach unten geneigt (Deutsche Methodik bezeichnet das 45 Grad, es sind aber eher 60 Grad). Das Plektrum muss an der nächst tieferen Saite vorbeigeführt werden und legt dann an der nächsthöheren Saite an.

Dasselbe gilt für den sogenannten “Wechselschlag 2:1”. Beim Aufschlag wird nur die obere Saite des Saitenpaares angeschlagen.

Beim langsamen Tempo kann diese Bewegung beibehalten werden, der Wechselschlag kann also leicht schräg zur Saitenebene erfolgen, der Abschlag kann auch die nächste Saite treffen.

Beim Tremolo wird nur der Unterarm etwas gedreht, das Plektrum bewegt sich dann parallel zur Decke, es kann jeweils an die obere und untere Nachbarseite anschlagen (vor allem beim Forte). Wichtig ist, dass die Hand in Schwung bleibt (bzw. locker bleibt). Das Spitze des Plektrums sollte nur wenig unter die Saitenebene eintauchen. Beim Abschlag und Aufschlag werden beide Saiten getroffen (Wechselschlag 2:2).

Beim Saitenwechsel muss das Plektrum aber über die Saitenebene herausgeführt werden. Es ist also eine Schleifenbewegung oder eine Bewegung wie beim Wechselschlag 2:1 notwendig. Hierzu müssen verschiedene Möglichkeiten geübt werden.

Das genau zu beschreiben ist ziemlich schwierig. Die Finger finden meist von selbst heraus, wie sie sich bewegen müssen, um die richtigen Saiten zu treffen. Das ergibt sich oft automatisch beim Spielen der Übungen, vor allem wenn man das Tempo steigert und darauf achtet, sauber zu spielen.

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